Gast hat geschrieben:
Hallo!
In der Apotheke gibt es jodfreies Salz muss man nur bestellen, ist von der Firma Bad Ischler - kostet sogar weniger als das jodierte.
Wir halten es so, dass ich mit den alltäglichen Zutaten koche, nur halt das Salz ist jetzt jodfrei und extrem jodhaltige Sachen werden einfach nicht mehr gekauft.
Auch mir wurde gesagt, dass sie alles essen darf. Kein Problem mit Jod oder so, denke aber die Ärzte wissen es selber nicht
Sabine
Hallo Sabine,
mit Deiner Vermutung, dass es die Ärzte selber nicht wissen, hast Du durchaus Recht, denn eine Intensivierung der Aufklärung der Ärzteschaft wurde schon in 2001 gefordert! Siehe Link Verbrauchernews in meinem Beitrag vorher.
Das BMGF scheint dagegen durchaus über Informationen zu verfügen, die auf sehr hohe Jodgehalte verschiedener Produkte hinweisen. Man spricht ja sogar davon, dass es PatientInnen gibt, die jodhaltige NM meiden "können". Ich frage mich allerdings wie das in der Praxis realisierbar sein soll.
http://www.parlament.gv.at/portal/page? ... ema=PORTAL
Hier die Antwort zu Frage 9:
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass mit Jod angereichertes Speisesalz gemäß dem Bundesgesetz über den Verkehr mit Speisesalz, BGBl. Nr. 112/63, als Vollsalz zu bezeichnen ist.
In der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung wurde Jod nicht als Allergen eingestuft, eine spezielle Kennzeichnung von Jod kann somit nicht verpflichtend vorgeschrieben werden. Bei den Bestimmungen zur Lebensmittelkennzeichnung handelt es sich um voll harmonisiertes EU–Recht.
Aus medizinischer Sicht ist dazu festzustellen, dass Jod ein essentielles, also lebensnotwendiges Spurenelement ist, das in bestimmten Mengen täglich (lt. Empfehlungen der Deutschen bzw. Österreichischen Gesellschaft für Ernährung 180 – 200 µg bei Erwachsenen bzw. 50 – 80 µg bei Säuglingen) zugeführt werden muss. Das gilt auch für Personen mit den in der Anfrage genannten Erkrankungen. In diesem Falle muss lediglich eine übermäßige Zufuhr (mehr als 500 µg/Tag bei Erwachsenen) vermieden werden.
Da Österreich als Jodmangelgebiet gilt, ist es kaum möglich, durch die bei uns übliche Ernährung bedenkliche Jodmengen aufzunehmen. Das gilt auch für den Konsum von Lebensmitteln, welche mit jodiertem Salz zubereitet wurden, da die zugesetzte Jodmenge gering ist. Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen, bei denen eine überhöhte Jodzufuhr zu vermeiden ist, ist daher nur zu raten, den Verzehr von Lebensmitteln, die von Natur aus einen hohen Jodgehalt haben (z.B. Fisch, Meeresfrüchte) einzuschränken sowie jodhaltige Nahrungsergänzungsmittel zu meiden. Bedingt durch die Anreicherung von Futtermitteln mit Jod können auch Milch, Milchprodukte und Eier einen relativ hohen Jodgehalt haben, sodass betroffenen Personen empfohlen werden kann, bei Auftreten von spezifischen Beschwerden und nach Analyse der Essgewohnheiten den Verzehr dieser Produkte zu vermindern.
Österreich ist übrigens lt. WHO kein Jodmangelgebiet!
Wenn man die in sich widersprüchliche Stellungnahme des BMGF also richtig interpretiert, dann haben diese betroffenen PatientInnen halt leider Pech gehabt - dumm gelaufen!
Trotzdem schöne Feiertage und lG
Norbert