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ch stelle mich hier einmal vor, inklusive meiner Vorgeschichte, die vielleicht auch nicht ganz unrelevant sein könnte. Ich bin 20 Jahre alt, Studentin. Schon früh erkrankte ich an einer Depression, später wurde eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Ich war schon immer untergewichtig (171cm und 50kg waren mein Standart), konnte essen was ich wollte. Ich war in therapeutischer Behandlung, mehrmals. War immer extrem müde, wollte nur noch schlafen und war zum Schluss dem kleinsten Stress nicht mehr gewachsen (Folgen: zittern, würgen und übergeben). Mit 17 machte war ich in der Abiturphase, meine Eltern trennten sich, ich selbst zog in meine erste eigene Wohnung. Nach dem Abitur nahm ich von meinen nun 54kg bei 172cm ab, bis auf 46 Kilo - selbst verschuldet. Ich rutschte in die Anorexie, war wieder in Therapie, sowohl ambulant als auch stationär. Ich hielt sehr lange 51 Kilo und wollte auch nicht mehr wirklich abnehmen. Ab da war es ein einziger Krampf aus zu und abnehmen. Immer wieder bis auf 55 Kilo hoch, auf 52 runter. Mindestens 4 Mal. Bis ich erkannte, dass das sehr ungesund ist und ehrlich gesagt schaffte ich es auch nicht mehr wenig oder weniger zu essen bis ich 57 Kilo wog und noch wiege. Mein Stoffwechsel muss sich schon längst wieder regeneriert haben, denn ich habe sehr lange Zeit oft über meinen Bedarf gegessen und die extremste Hungerkur hielt auch nicht länger als 5 Wochen an.
Soviel zur Vorgeschichte. Nachdem ich mir ein halbwegs gesundes Essverhalten antrainiert hatte, bekam ich mehr oder minder starken Haarausfall, mir war nur noch kalt sodass sogar meine Fingernägel blau wurden (und oft noch werden) und plötzlich ging abnehmen nicht mehr. Nicht mit Sport, nicht mehr mit 1000kcal am Tag, im Gegenteil ich nahm nur noch mehr zu. Dann kam eine schwere Kieferoperation (Unter- und Oberkiefer wurden verlagert und verschraubt) und ich konnte nichts essen 5 Tage lang und nahm gerade mal 2 Kilo ab. Danach kam alles wieder drauf, obwohl ich mich 8 Wochen immer noch nur flüssig ernähren durfte. Jetzt darf ich wieder alles essen, aber alles was über 1000kcal geht setzt an und zwar sofort. Ich habe immer hunger, schlafe mit hunger ein, stehe mit hunger auf. Esse etwas und habe nach 30min-60min wieder hunger. Habe ich mehr gegessen, habe ich immer weiter zugenommen, kann damit aber nicht leben. Alles was über 55 Kilo ist, sind wirklich schlimm für mich. Wenn es wenigstens einfach stehen bleiben würde, wäre ich schon zufrieden, aber das tut es nicht.
War dann beim Endokrinologen und es liegt tatsächlich eine leichte Unterfunktion vor. Nehme nun seit 5 Tagen L-Thyroxin 50mikrogramm und hoffe dass sich vor allem der Stoffwechsel wieder normalisiert. Bis vor der OP war der nämlich noch ganz passabel, dann ging es aber immer weiter den Bach runter, alles was in meinem Magen landete blieb auch dort, sodass ich sogar letztens Abführmittel nehmen musste.
Ich wiege mich schon seit 3 Wochen nicht mehr, aber ich kann wirklich zugucken wie es Tag um Tag mehr wird (mich würde es nicht wundern, wenn ich die 60 das erste Mal in meinem Leben geknackt hätte). Ich esse konstant nicht mehr als 1000-1500kcal am Tag und bin jeden Tag mindestens eine Stunde mit dem Hund unterwegs, esse keine Süßigkeiten mehr, viel Gemüse, jedoch kein Obst oder Saft und habe alles Weißmehl durch Vollkornprodukte ersetzt. Ich bin noch strenger zu mir, als zu meinen schlimmsten anorektischen Zeiten und was passiert? Ich nehme zu. Nachdem ich diesen Abend mal wieder weinend verbracht habe und mir das viele googlen auch nicht weiterhilft, wollte ich mir heute mal den Frust von der Seele schreiben.
Ich weiß, dass ich noch sehr lange davon entfernt bin dick zu sein, dennoch belastet es mich sehr, weil das wirklich nur Fett ist was da ansetzt und mich nicht wirklich schöner macht und ich mir langsam wirklich Gedanken machen muss, neue Kleidung zu kaufen. Da ich und meine Familie auch sonst so gar nicht zum dick werden tendieren, kann man die Gene schon mal ausschließen.
Was meint ihr, ab wann wirken die Hormone so, dass sich da was normalisiert? Und wann stagniert das Gewicht bzw. wie lange muss ich noch so durchhalten? Es macht mich echt fertig... Mein Grundumsatz liegt allein schon bei ca. 1300-1400kcal. Ich esse also nicht einmal das was ich brauche. Allein deshalb müsste ich abnehmen.
Ich würde gerne ein paar Meinungen oder am besten Erfahrungen dazu hören, und ob ich überhaupt Hoffnung haben kann, je wieder auf 54 Kilo zu kommen
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