es klingt, als würdest du
1.) mir nicht glauben wollen
2.) es mir nicht gönnen können
3.) es schlecht finden, wenn man mut machen möchte
4.) usw.
ich kann mich gut erinnern, wie es ist, sich elend zu fühlen. ich weiß, wie man sich in der ÜF fühlt (schrecklich), und wie man sich in der UF fühlt (entsetzlich).
aber "heureka", heute fühle ich mich wohl, gesund, glücklich, lebensfroh... ich gebe dir recht, dass ich zu viel auf das gewicht eingegangen bin, vermutlich, weil ich zuvor ein paar postings gelesen habe, in denen das ein großes thema war. das war vielleicht nicht so gscheit, aber ich poste hier nicht durchdachte wissenschaftliche abhandlungen, sondern wollte aus dem bauch heraus erzählen, wie es mir heute geht.
meine zentrale "botschaft" sollte wirklich sein, dass man sich trotz und mit der Diagnose vielleicht nicht gleich, aber doch wohl fühlen KANN. auch wenn es ein langer und zeitweise harter weg war:
ich tu es: ich fühle mich super. und ich entschuldige mich nicht dafür. auch nicht dafür, dass ich mich nur einmal im jahr untersuchen lasse und seit 4 jahren meine werte stabil und GUT sind (obwohl meine schilddrüsenzellen zu 40% abgestorben sind und nicht mehr produzieren), auch nicht dafür, dass ich kein interesse an zahlen, tabellen und werten habe und auch nicht dafür, dass ich einfach versucht habe, menschen mut zu machen.
gut, ich hab vielleicht glück gehabt. habe mir aber glück auch "anerzogen" - eben durch dieses positive denken, dass du weiter oben ansprichst. es ist harte arbeit, den inneren schweinehund zu überwinden und nicht trübsal zu blasen. das schöne am leben zu erkennen. sich selbst am "schlafitchen" zu packen.
ich hatte das nicht von heute auf morgen, musste an mir arbeiten, mich immer wieder selbst motivieren (und da gehts nicht nur um schilddrüsen- und andere befindlichkeiten, sondern um mein gesamtes leben... ), mir selbst tagtäglich aufs neue beweisen, dass man sich auch an kleinen dingen freuen kann, dass das leben schön ist. ich bin wienerin, ich bin umgeben von jammerern und hab selbst lang genug gejammert. aber ich habe mich (ganz unabhängig von meinen drüsen) bewusst dazu entschieden, das nicht mehr zu wollen. ich WILL das leben genießen, und ich genieße es!!! wie gesagt: ich treibe sport (verausgabe mich da auch schon mal), arbeite 40 std/woche und hab streß, bin alleinerziehende Mutter von zwei kindern (ok, die sind nicht mehr klein, aber trotzdem...), esse gerne gut, trinke gerne, liebe die natur, liebe das leben...
und, nur um zu zeigen, dass ich kein einzelfall bin: ich kenne 5 menschen in meiner näheren umgebung (arbeit, freunde), die ebenfalls schilddrüsenerkrankungen haben. knoten, teil- und komplett OPs, unterfunktion, überfunktion... ALLE führen (mit den normalen auf und abs eines normalen lebens) ein gutes Leben. Unsere Unterhaltungen drehen sich nicht um unsere Drüsen welcher Art auch immer, sondern um alltägliches, ich weiß NICHTS über deren werte und will es auch nicht wissen
ich bin keine zwangsbeglückerin. nehmt es, oder lasst es. ich wollte es nur sagen und hab´s gesagt. das ist mein letztes posting zu diesem thema.
ich wünsche euch allen gute besserung, viel glück, viel liebe und viel spaß am leben! und das meine ich nicht zynisch, bitte nicht missverstehen. ich weiß, dass man sich in einer depression nicht vorstellen kann, dass es wieder besser werden kann. ich weiß auch, wie gesagt, wie elend und krank man sich fühlt und auch ist. aber, auch das habe ich schon gesagt, man kann und darf sich auch wieder gesund fühlen und zum alltag übergehen, wenn besserung eingetreten ist.
so, und jetzt geh ich baden

)
lg
nats