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 Betreff des Beitrags: Morbus Basedow
BeitragVerfasst: 27. Sep 2016 13:29 
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Registriert: 15. Nov 2014 10:23
Beiträge: 2
Hallo liebe SDler.

Ich habe mich operieren lassen, vor vier Wochen.
Soweit geht es mir körperlich besser als mit der Überfunktion, leider kamen andere persönliche Situationen hinzu die es mich schwer einschätzen lassen was sich jetzt wie geändert hat seither. Aber ich weiß, es war eine gute Entscheidung.

Werde die neuen Erkenntnisse zusammenfassen und dann mit euch teilen.
Ich habe lange gebraucht um die OP zu machen, vorab kann ich sagen, soviele auch mitreden in deinem Leben, hör auf dein Bauchgefühl, nur so wirst du glücklich :)

Alles Liebe bis dahin,
Jen


Zuletzt geändert von jenkro am 08. Mär 2017 16:24, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 02. Okt 2016 8:49 
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Registriert: 04. Mai 2006 20:46
Beiträge: 171
Liebe Jen!

Ich kann nur von meiner Erfahrung berichten.
Ich hatte ab 1999 vier Phasen mit Überfunktion, und die waren wirklich nicht lustig.

Ab 2000 haben mir Ärzte geraten, mir die SD rausschneiden zu lassen. Weil ich aber mit meinem Hals und tw. auch mit meiner Stimme arbeite, wollte und will ich dort unter keinen Umständen eine Operation, solange das nicht unbedingt notwendig ist. (Ich kenne auch Menschen, die nach einer Totalentfernung der SD auch nicht alle Probleme losgeworden sind, eher neue dazubekommen haben...) In der zweiten ÜF-Phase habe ich mich mit dem Gedanken abgefunden, dass die SD ein lebenslanges Thema werde, wollte aber trotzdem keine OP. Und eigentlich auch keine RJT...

Ich habe mich also nach anderen Ärzten umgesehen und bin letztlich bei einem sehr erfahrenen Arzt gelandet, der als ehemaliger Leiter der Endokrinologie im AKH Wien auch nicht unbekannt war. Er hat mich gestärkt und vor allem auch gemeint, dass eine lebenslange Therapie mit Medikamenten auch möglich wäre, solange man dieses gut verträgt. Ich habe mich aber auch viel mit Ernährung beschäftigt und sonst auch vieles in meinem Leben verändert (stress reduziert, auf Auszeiten geachtet, manches nicht zu wichtig genommen, Psychotherapie absolviert). Nach der dritten ÜF-Phase bin ich zu vegetarischer Ernährung übergegangen, die ich von Anfang an als sehr angenehm (für mich) empfunden habe. Die vierte ÜF-Phase kurz danach war nur mehr sehr schwach, eigentlich hatte ich dabei keine wirklichen Probleme. Das war 2008. Und seitdem mache ich regelmäßige Kontrollen und Ultraschall, unterstütze ein bisschen mit Homöopathie - und die SD macht keine Probleme. Die Werte sind in Ordnung, ebenso der US. Seit zwei Jahren nehme ich auch keine SD-Medikamente mehr, bin fit, fröhlich und zufrieden.

Ich kann nicht sagen, ob dieser Weg für andere auch funktionieren würde. Aber vielleicht überlegst Du vor einer OP noch gut, ob Du mit anderen Mitteln etwas erreichen kannst und willst. Eine OP hat ja generell auch gewisse Risiken...

LG
Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Morbus Basedow
BeitragVerfasst: 06. Aug 2018 15:23 
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Registriert: 05. Aug 2018 15:00
Beiträge: 1
Hallo Peter,
Wie geht es Dir jetzt ?
Kein Rueckfall?
LG
Renee


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 Betreff des Beitrags: Re: Morbus Basedow
BeitragVerfasst: 07. Aug 2018 8:48 
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Registriert: 04. Mai 2006 20:46
Beiträge: 171
Hallo Renee!

Mir geht es blendend, kein Rückfall! Es ist jetzt eigentlich so, dass ich auch nicht mehr dauernd mit der SD beschäftigt bin.

Lg
Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Morbus Basedow
BeitragVerfasst: 05. Jun 2020 11:51 
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Registriert: 05. Jun 2020 9:48
Beiträge: 3
Hallo Peter,

mir wurde zum ersten Mal Anfang 2014 Morbus Basedow diagnostiziert. Ich wurde mit Thiamazol behandelt und das Medikament konnte ich gut vertragen und wirkte überraschend schnell. Es ging schnell vorbei und kämm dann wieder im Abstand von 1 - 1,5 Jahre. Leider wurde das 4. Rezidiv vor kurzem festgestellt. Mein Arzt empfehle mir nun eine definitive Behandlung mit Radiojodtherapie oder die Schilddrüsen Entfernung (Operation). Da ich keine belastende Symptome habe und ich durch regelmässige Kontrollen und Selbsteinschätzung die Überfunktion jedes Mal sofort erkenne und da das Medikament recht gut funktioniert kam bisher eine definitive Behandlung für mich nicht in Frage. Mein Arzt argumentiert dagegen, dass eine unbehandelte Überfunktion unerwartete Folgen mit sich bringen könnte.
Ich hatte mir seit dem 3. Rezidiv einige Änderungen in meinem Alltag zur Stressreduktion vorgenommen, nun bin ich mir nicht sicher, dass es steuerbar ist.
Mich wurde interessieren zu wissen, welche Umstellungen du in deiner Ernährung und in deinem Alltag konkret vorgenommen hast und welche Änderungen du seitdem feststellen konntest (Wohlbefinden usw.).
Ich möchte vor der Entscheidung wissen, ob es eine Chance für mich noch besteht.

danke im Voraus,
Carla


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 Betreff des Beitrags: Re: Morbus Basedow
BeitragVerfasst: 05. Jun 2020 14:07 
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Registriert: 04. Mai 2006 20:46
Beiträge: 171
Hallo Carla,

im wesentlichen hat sich bei mir seit dem langen posting nichts verändert.

Ich gebe Deinem Arzt insofern recht, dass eine unbehandelte SD Überfunktion schlimme Folgen haben kann. Aber Du machst ja etwas gegen die Überfunktion, oder?
Ich habe mich nach meinem 4. Rezidiv damit abgefunden, mein Leben lang Thiamazol nehmen zu müssen, zumindest solange ich es gut vertrage und die Leber mitspielt. Dann habe ich doch begonnen, das Thiamazol abzusetzen, aber sehr, sehr langsam und vorsichtig (und begleitet mit Homöopathie, mit der mir eine Absenkung der Antikörper-Werte gelungen ist - die Schulmediziner glauben noch immer nicht daran). Dann habe ich ca. 3 Jahre lang nur mehr 1/4 Tablette pro Woche genommen, bevor ich es ganz weggelassen habe. Also mein erster Rat: nimm Thiamazol, schau, dass Du gute Werte hast, und setz es nicht zu schnell wieder ab.

Ich habe vieles auch dem 3. Rezidiv umgestellt, und das 4. war dann relativ harmlos. Vielleicht gelingt Dir das auch so, die stressreduktion geht auch nicht ganz so schnell. In meiner Ernährung habe ich einerseits ganz auf vegetarisch umgestellt, mittlerweile bin ich schon zu 90% vegan unterwegs. Mir taugt das und ich fühle mich sehr wohl dabei. Noch immer schaue ich darauf, dass ich möglichst kein jodiertes Speisesalz zu mir nehme (das ist leider bei so manchen Fertigprodukten noch immer verarbeitet, auch wenn 100% bio oder 100% natur draufsteht - was dann ja eigentlich nicht stimmt). Ich lese wirklich jede Zutatenliste, wenn ich etwas nicht kenne. Ich kaufe auch nur mehr Bio-Gemüse und Bio-Obst, weil ich einfach keine Gifte mehr zu mir nehmen will.
Das ist es im Wesentlichen, ich kann natürlich nicht garantieren, dass das für jede/n hilft, jeder Körper ist und reagiert anders.

Was ich auch gemacht habe: eine Psychotherapie, die hat mir sehr gut getan. Dass in Folge davon meine Scheidung gekommen ist, mag zusammenhängen... Diese war aber notwendig und ist auch friedlich verlaufen... Meine Kinder sind jetzt auch schon längst erwachsen, was natürlich auch den "Erziehungsstress" wegfallen lässt.

Mein Leben ist wieder ganz normal, ich arbeite - manchmal sogar sehr viel, manchmal ist es auch stressig, da muss ich mich dann halt bremsen. Und ich betreibe viel Sport (Schifahren, Radfahren, Fitnessstudio), teilweise auch sehr intensiv. Und ich fühle mich mit allem pudelwohl, und zum Glück schiebe ich auch nicht mehr alles auf die Schilddrüse, auch wenn es mir einmal nicht ganz so gut geht.

Du hast eine schwierige Entscheidung vor Dir, die Dir auch keiner abnehmen kann. Aber wenn Du keine belastende Symptome hast und eine Überfunktion schnell in den Griff bekommst, spricht das meines Erachtens gegen eine "definitive Behandlung". Eine OP ist immer auch ein Risiko, nach einer RJT musst Du auch jeden Tag das Hormon nehmen... Und wer weiß, vielleicht findet endlich jemand heraus, wie man den Basedow ganz sicher in den Griff kriegt (vielleicht war ich das schon ... :-)).

Und noch etwas: ich habe mir immer gesagt: wenn ich schwere Probleme mit der SD bekomme und es irgendwann gar nicht mehr klappt, kann ich mich immer noch operieren lassen...

Ich wünsche Dir alles Gute und eine gute Entscheidung!

Liebe Grüße
Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Morbus Basedow
BeitragVerfasst: 05. Jun 2020 18:40 
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Registriert: 05. Jun 2020 9:48
Beiträge: 3
Lieber Peter,

erstmal besten Dank für deine ausführliche Antwort und für das Teilen deiner positiven Erfahrung. Ich habe mich erschrocken als ich davor die negativen Geschichten gelesen haben.
Ich habe es mir nach dem 3. Rezidiv genauso vorgestellt, wie du es beschrieben hast. Ich musste nur 4 Wochen lang Thiamazol nehmen und dann war es vorbei (schon nach 2 Wochen unter Kontrolle) - so ähnlich ist es davor auch gelaufen. Das Absetzen hatte ich aber leider viel zu schnell gemacht. Aber dann war es 1 Jahr Ruhe.
Eigentlich ernähre ich mich ganz gut - esse nur bio, gluten- und laktosefrei, ganz wenig Fleisch und sehr ausgewogen (nur zu viel Fisch und Meeresfrüchte für eine kranke Schilddrüse..) - das werde ich umstellen. Hast du Erfahrung mit Akupunktur oder andere sanfte Methoden? Welches homöopathisches Mittel hattest du genommen?
Vielleicht waren die Werte diesmal besser - werde ich genauer beobachten, wie es verläuft. Ich war einfach tief enttäuscht, weil es wieder gekommen ist. Bei mir hing es mit dem stressigen Job zusammen und mit der Lebensphase mit 2 kleinen Kindern und kranke Eltern..
Ich werde deine Erfahrung in Betrachtung nehmen und vielleicht gebe ich meine SD eine 2. Chance. Ich habe furchtbar Angst, eine zu schnelle Entscheidung zu bereuen. Die Ärzte verstehen oft einfach nicht, warum es so schlimm wäre, jeden weiteren Tag meines Leben von einer Tablette abhängig zu sein.

Mich würde interessieren zu wissen, ob die Regulation mit Hormonen so einfach ist, wie die Ärzte meinen..ich habe sehr viele hormonelle Umstellungen und halte es für herausfordern, die Dosis einer Hormone fix festzulegen..

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute,
Carla


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 Betreff des Beitrags: Re: Morbus Basedow
BeitragVerfasst: 07. Jun 2020 18:24 
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Registriert: 04. Mai 2006 20:46
Beiträge: 171
Liebe Carla!

Ich habe im Laufe der Zeit viele verschiedene Sachen aus dem Bereich der Alternativmedizin ausprobiert. So viel, dass ich dann gar nicht mehr wusste, was half und was nicht. U.a. war ich bei einer TCM-Medizinerin, die auch mit Akupunktur arbeitete. Das hat mir aber nicht wirklich geholfen... Ich war auch bei Ganzheitsmedizinern und allem möglichem... Letztlich hat mir Shiatsu immer gut getan, und dabei bin ich auch bis heute geblieben, weil es mich entspannt..
Welche homöopathischen Mittel ich bekommen habe, kann ich dir nicht sagen. Mein Arzt fragt sehr genau und redet viel mit mir, aber was ich dann genau bekomme, sagt er mir nicht...

Mir ist es wie dir ergangen: ich hatte Angst vor einer zu schnellen Entscheidung, ohne SD zu leben (abgesehen von einer generellen Angst vor einer OP bzw. der Narkose). Auch mich haben die Ärzte nicht verstanden. Ich sehe das jetzt so, dass es nicht notwendig ist, dass die Ärzte das verstehen - es blieb und bleibt meine (bzw. Deine) Entscheidung... Lass Dich nicht verrückt machen!

Ich glaube nämlich auch nicht daran, dass die Hormon-Regulation so einfach ist, wie Ärzte sagen. Theoretisch ja, aber praktisch nicht, das kannst Du ja auch hier im Forum nachlesen. Ich habe noch zwei "Fälle" in der Familie, wo es eben nicht so leicht ging...

Liebe Grüße
Peter


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