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Morbus Basedow und nun??
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Seite 1 von 8

Autor:  blümchen [ 14. Jul 2008 20:31 ]
Betreff des Beitrags:  Morbus Basedow und nun??

Hallo Ihr alle.
hab vor ca. 3 Wochen die Diagnose Morbus Basedow erhalten. Nach dem
ersten Schock und mit etwas klarerem Kopf möchte ich nun fragen
ob bei Euch die Nebenerscheinungen wie Atemnot, Ödeme, Herzrasen
Angstzustände und trockene Augen bald mal verschwunden bzw. erträglich
wurden. Bin kurz vor dem verzweifeln, da ich ja so nicht meinem Dienst
nachkommen kann und dass verursacht mir wieder diesen Stress den
ich laut Ärztin vermeiden soll.
bitte kann mir jemand ungefähr sagen wann sich ein" normal Zustand"
wieder einstellt?? grüsse Bernadette

Autor:  peter2906 [ 15. Jul 2008 7:50 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Bernadette!

Tut mir leid, dass es auch Dich erwischt hat.
Jetzt im Akutstadium lass Dich am besten krank schreiben, du brauchst jetzt viel Ruhe und sicher keinen stress!!
Mit den Medikamenten (was bekommst Du, wie sind Deine Blutwerte) kann es recht schnell gehen, dass es dir besser geht, auch wenn die Blutwerte einige Zeit brauchen, um sich zu normalisieren. Wichtig ist, dass Du das Herzrasen damit in den Griff kriegst, das ist nicht ungefährlich.
Drei schnelle tipps:
1. lass Dir keine Operation einreden! MB kann nach dem ersten Mal auch wieder verschwinden (ca. 50%), außerdem ändert eine OP nichts am MB (sollte er nicht von allein verschwinden).
2. pass bei Deiner Ernährung auf, dass Du möglichst wenig Jod erwischst (das ist gar nicht so leicht: aufpassen mit jodiertem Salz, das leider fast überall schon drinnen ist; Milchprodukte und Fleisch können auch sehr stark belastet sein; Meeresprodukte meiden - auch nicht ans Meer fahren).
3. Habe etwas Geduld mit Dir selbst.

Alles Gute
Peter

Autor:  blümchen [ 15. Jul 2008 11:07 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Peter,
herzlichen Dank für diese Tipps, werde versuchen sie weitgehenst
einzuhalten und mich in Geduld üben( was nicht unbedingt zu meinen
Stärken zählt wenn es um mich geht ) :-)
Meine Blutwerte sind:
TSH-0.001
FT3-16.6
FT4- 3.7
Anti TPO 19.4 usw. zusätzlich sind einige meiner normalen Blutbildwerte
leicht verändert, wobei ich davon ausgehe, dass sich diese dann im Zuge
der Therapie normalisieren.
Therapie: Thiamazol Sandoz 20mg - 1-0-1
Interal 10mg- 1-0-1
Daflon 500mg- 1-0-1
Aber das verstehe ich alles, nur bitte, bitte wie komme ich psychisch wieder auf die Beine ??? Wie hast Du das in der ersten Situation geschafft?
Furchtbar kenne mich so selbst nicht. Bin froh über jeden kl. Input.
lg Bernadette

Autor:  peter2906 [ 15. Jul 2008 18:52 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Bernadette!

Die psychischen Probleme hatte ich auch, vor allem beim dritten Anfall. Aber die waren weg, sobald die Blutwerte auch ok waren.

Ich wünsche Dir, dass das schnell geht!!

lg
Peter

Autor:  blümchen [ 15. Jul 2008 22:39 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Peter,

beim dritten Anfall? Na da hast Du bereits einiges hinter Dir- tut mir
echt leid. Wirkt wie wenn Du sehr gut damit klar kommst, das beruhigt
mich doch etwas und vermittelt mir Hoffnung.

Dafür einmal herzlichen Dank und mal abwarten was weiter passiert.

lg Bernadette

Autor:  peter2906 [ 16. Jul 2008 7:57 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Bernadett!

Ja, ich hab schon einiges hinter mir... Diagnose MB war Mitte 99, drei "Anfälle", der letzte 2006 mit 2 Monaten Krankenstand.
Erst da habe ich mich ernsthaft auseinandergesetzt mit Alternativen zur Schulmedizin, und bin jetzt der festen Überzeugung, dass ich mit meiner Jodarmen Ernährung wesentlich dazu beitrage, die Krankheit im Griff zu haben (bin jetzt seit mehr als 5 Monaten ohne Medikamente, fit und zufrieden). Auch beruflich habe ich mich insoweit geändert, dass ich das alles nicht ganz so tragisch nehme und mir die Zeit stehle, die ich für mich brauche (ich flüchte aufs Rennrad). Andrerseits bin ich wieder voll belastbar und liebe meinen nicht unanstrengenden Job.

Abwarten ist gut. Mir ist es auch in dem Moment besser gegangen, als ich draufgekommen bin, dass man mit MB auch ganz gut leben kann (zumindest ich, da ist ja jeder anders, wie man auch hier im Forum sieht). Ein Schlüsselsatz kam von einem Kollegen, der sagte: "Mit MB kann man umgehen, das wird nicht schlechter. MS ist dagegen eine fortschreitend schlechter werdende Krankheit, gegen die man kein echtes Mittel weiß." Und er hat Recht!

Alles gute und lg (mein Rennrad ruft!)
Peter

Autor:  blümchen [ 16. Jul 2008 9:13 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Peter,

Du und Dein Kollege bringen es richtig auf den Punkt, und aus dieser Sichtweise und mit Deinem Optimismus betrachtet fällt es mir bedeutend
leichter nicht in ein "dunkles Loch" zu fallen.

Eine meiner Ängste war, so eingeschränkt zu sein um keinen Sport
mehr betreiben zu können und das ist auch mein "Ventil" um Jobmäßig
abzuschalten und Stress abzubauen. Nachdem Du Dich aber auf Dein
Rennrad schwingst- und das obwohl Du immer wieder Anfälle hattest-
(was ja bei mir noch gar nicht sicher ist)- bin ich immer mehr guter Dinge!!

lg und vor allem herzlichen Dank!!!
Schönen Tag, Bernadette

Autor:  peter2906 [ 20. Jul 2008 8:23 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Bernadette!

Also in meinen Akutphasen war auch mein Hauptgedanke, dass es keinen Sinn mehr macht zu leben, wenn ich mich nicht bewegen kann... In dem Moment, wo ich wieder mit Sport beginnen durfte (in der Akutphase solltest du wirklich passieren, das ist sonst zu wild fürs Herz), ging es steil bergauf.
Versuch trotzdem, auch im Job stress zu vermeiden, das wäre ja auch ohne MB ganz gut, wenn die Leute mit weniger stress auskommen. Ich habe mir insgesamt ein anderes Lebensgefühl "angewöhnt" (war gar nicht so leicht...), versuche immer die Ruhe zu bewahren, auch wenn viel zu tun ist.

In diesem Sinne einen schönen Sonntag (ich habe Rennrad-Pause, weil es stark regnet) und liebe Grüße
Peter

Autor:  blümchen [ 25. Jul 2008 8:44 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Peter,

jetzt sind einige Tage vergangen und schön langsam dürften meine Med.
etwas zu wirken beginnen, da die Nebenerscheinungen sich leicht gebessert haben.

Um gelassener und stressfrei zu werden, bedarf es bei mir noch sehr viel
Übung- halte mir jedoch da stets Deine Tipps vor Augen.
Hab versucht wieder Dienst zu tun, jedoch hab ich dass total unterschätzt
und bin dann die ganze Nacht vor lauter Herzrasen nicht zur Ruhe gekommen.

Na und der Sport geht aus Atemnot leider momentan gar nicht. (bei Dir auch wegen des Dauerregens nicht oder? - Übrigens- Tour de France: Wahnsinn!)

Ähm eine Frage, wie merkt man wann die Akutphase vorbei ist?
An den Blutwerten , Begleiterscheinungen ....???

inzwischen lg Bernadette

Autor:  peter2906 [ 25. Jul 2008 9:35 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Bernadette,
schön, dass sich was tut!
Lass Dir Zeit mit dem Dienst, es hat keinen Sinn, das zu überstürzen aus Pflichtbewusstsein. Und mit dem Sport auch, zumindest bis Dein Herz ruhiger schlägt und die Blutwerte halbwegs normal sind. Das geht mit fT3 und fT4 recht schnell, das TSH dauert länger, aber das macht dann nicht mehr viel aus. Du wirst dann merken, dass es Dir deutlich besser geht.

Ich bin derzeit in Vorarlberg, das ist wetterbegünstigt, habe heute schon 70 km in den Beinen, jetzt muss ich in den Dienst, dann fahr ich weiter ;-).
Tour de France: ja, Bernie ist in Topform, leider der Rest der Mannschaft nicht so ganz, taktische Fehler sind auch passiert (Schumacher), und CSC ist als Mannschaft sehr, sehr stark. Aber der Kohl kann hochzufrieden sein. Nächstes Jahr zählt er schon zu den Favoriten, dann wird's schwerer. Und er braucht ein Superteam um sich um zu gewinnen.

Liebe Grüße#
Peter

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