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Morbus Basedow
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Autor:  charlie140 [ 01. Feb 2007 16:19 ]
Betreff des Beitrags:  Morbus Basedow

Guten Tag Allerseits
Habe vor 3 Jahren MB diagnostiziert bekommen und nach 2 Jahren Favistan-Therapie, die immer wieder mit Über-und Unterfunktion begleitet war "schlief" die Krankheit ein. Ich war natürlich überglücklich, doch genau nach einem Jahr kamen die ganzen "netten" Symptome wieder.
T3 und T4 sind sehr hoch und der Trak liegt bei 6 ul.
Jetzt stehe ich vor der Entscheidung RJ-Therapie oder OP. Ich habe mich natürlich im Laufe der Zeit ausführlich über MB informiert und auch über Vor- und Nachteile diesen beiden Therapien. Doch wenn man dann vor der Wahl steht, für was man sich entscheiden soll, verschwimmen dann all diese Informationen und man ist sehr verunsichert. Von den Ärzten bekommt man, je nachdem ob dieser Chirurg ist oder Nuklearmediziener, die dementsprechenden Empfehlungen. Hilft also auch nicht wirklich weiter.
Nachdem ich keine Augenbeteiligung habe und auch nur eine leicht vergrößerte SD, tendiere ich eher zur RJ-Therapie. Für die OP spricht aber natürlich, dass es die "sauberere" Art ist die SD außer Kraft zu setzen und es schneller geht.
Ich weiß, dass mir die Entscheidung keiner abnehmen kann, aber vielleicht hilft mir die eine oder andere Information oder Erfahrung die man mir hier geben kann.
Was passiert eigentlich mit der Autoimmunerkrankung bzw. den Antikörpern nach der OP bzw. RJ-Therapie. Verschwindet das alles und ist man dann völlig gesund, oder bleiben die Antikörper und quelen weiter ( Augen, Muskelgewebe, Gelenke...).
Würde mich über Antworten sehr freuen und wünsche hiermit meinen Leidgenossen alles Gute.
Werner 41 Jahre

Autor:  peter2906 [ 04. Feb 2007 9:26 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Morbus Basedow

charlie140 hat geschrieben:
Was passiert eigentlich mit der Autoimmunerkrankung bzw. den Antikörpern nach der OP bzw. RJ-Therapie. Verschwindet das alles und ist man dann völlig gesund, oder bleiben die Antikörper und quelen weiter ( Augen, Muskelgewebe, Gelenke...).


Hallo Werner!
Das ist leider das Problem sowohl bei RJ als auch bei OP. Die Krankheit besteht eigentlich weiter. Ich konnte keine RJ machen wegen leichter Augenbeteiligung, zur OP kann ich mich bis jetzt nicht durchringen.

Ich bin derzeit (habe seit 1999 MB) bei einem Endokrinologen in Behandlung, der sich mit mir auch beim 3. Rezidiv (beim 2. wie bei dir hat man immer noch die Hoffnung, dass es danach doch ganz weg ist, kommt bei 50% der Leute vor) zur weiteren medikamentösen Behandlung entschlossen hat. Gleichzeitig habe ich bei einem Ganzheitsmediziner eine Eigenbluttherapie gemacht, die die Zahl der Antikörper signifikant gesenkt hat. Jetzt geht es mir wirklich sehr gut. Solange das so geht und so wie jetzt auch die Leberwerte in Ordnung sind, lass ich mir nichts herausschnippeln. Außerdem habe ich auch ein bißchen Hoffnung, dass in der Forschung etwas weitergeht, damit man endlich versteht, warum MB ausbricht. Bis jetzt kann man das ja nur behandeln, weiß aber genaugenommen nichts über die Ursachen.
Alles Gute
Peter, auch 41

Autor:  peter2906 [ 04. Feb 2007 9:28 ]
Betreff des Beitrags: 

noch etwas:
ich habe meine ernährung insoweit umgestellt, als ich nach Möglichkeit JOD vermeide (also kein Jodsalz - überhaupt möglichst gar keines, kein Meeresgetier), das tut mir wirklich gut.

Peter

Autor:  charlie140 [ 05. Feb 2007 9:42 ]
Betreff des Beitrags:  Morbus Basedow

Danke Peter für deinen Beitrag

Ist eine sehr interessante Möglichkeit mit Tabletten die Krankheit so weit in schach zu halten, bis sich möglicherweise in der Forschung eine andere Lösung ergibt. Wäre schön, wenn man den Stand der Forschung kennen würde. Habe mich auch schon auf amerikanischen Plattformen schlau gemacht, aber nichts über absehbare Forschungsergebnisse herausgefunden. Ist natürlich blöd, wenn man sich die SD rausoperieren lässt und 1 Jahr später gibts vielleicht dann ein Medikament das die Ursache beheben kann!
Wie lange kann man die Tabletten nehmen, ohne anderswo Probleme zu bekommen?

schöne Grüße

Autor:  peter2906 [ 05. Feb 2007 23:34 ]
Betreff des Beitrags: 

Mein Arzt sagt: "Sehr lange." Er sagt, er hat Patienten, die das über 30 und mehr Jahre genommen haben und auch sehr alt geworden sind.

Peter

Autor:  Elli [ 24. Feb 2007 20:40 ]
Betreff des Beitrags: 

hallo werner! hallo peter!


ich hatte auch mb und bin im oktober im akh bei doz. prager operiert worden.
leider hatte ich 2 sehr schlechte augenärzte, die mir beide sagten, dass meine augen ok sind, ich habe schon einige monate endokrine orbitopathie, trotz cortison-therapie (hat leider nicht gewirkt), wirds schlechter und ich weiß, dass ich im herbst operiert werden muss.
mein tipp: bitte lasst euch unbedingt von einem spezialisten eure augen anschauen!!
ein sehr guter augenarzt ist prof. dorner im augenlaserzentrum auf der währinger strasse. (01/4020053 - er ist auch jeden mittwoch ab 13h in der schielambulanz im akh, da ist es dann sozusagen "gratis")

bin 9 Monate mit carbistad und inderal behandelt worden und musste trotzdem operiert werden, schilddrüse war einfach zu groß!

ps: wenn ihr einen guten chirurgen braucht: doz. prager - erreichbar über die schilddrüsenpraxis dr. zettinig 01/4032920 - sehr nett, sehr kompetent und hat mir einen super kleinen schnitt gemacht!!

lg elli

Autor:  peter2906 [ 26. Feb 2007 0:23 ]
Betreff des Beitrags: 

hallo elli,
ich war natürlich auch bei einer augenärztin, die sich damit auskennt. meine augenbeteiligung ist sehr gering gewesen, jetzt wo ich slz. "normalisiert" bin, habe ich überhaupt keine Probleme mit den Augen.

LG
Peter

Autor:  charlie140 [ 18. Apr 2007 12:05 ]
Betreff des Beitrags:  Radiojodtherapie

Hallo
Ich habe mich jetzt doch für eine RJT entschieden und diese vor 2 Wochen durchgeführt. Von der SD gehts mir so weit ganz gut - keine ÜF oder andere Probleme.
Aber leider kam mit dem Rezidiv im Winter auch wieder meine Stimmungsschwankungen, die wahrscheinlich durch die ÜF ausfelöst wurden. Hoher Puls und all die Symptome einer ÜF brachten Angstzustände und Depressionen. Genau das hatte ich zu Beginn von MB vor 3 Jahren auch und ich mußte dann Seroxat nehmen. Wie mein MB wieder "einschlief" konnte ich auch das Seroxat(Antidepressiva) langsam wieder absetzen. War jetzt 10 Monate ohne Seroxat und bin jetzt sehr verzweifelt, dass ich es womöglich wieder nehmen muß. Ich möchte natürlich ohne Antidepressiva auskommen, weiß aber nicht ob sich das durch die Besserung der SD auch wieder von alleine gibt.
Hat jemand auch diese Erfahrungen gemacht?
schöne Grüße

Autor:  peter2906 [ 19. Apr 2007 23:34 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Werner,
ich hatte voriges Jahr beim 3. Rezidiv auch schwere Depressionen etc. Bin zwar ohne Medikamente behandelt worden, aber immerhin mit einer Psychotherapie. Kaum waren meine SD-Werte wieder in Ordnung, war das alles vorbei. hoffe, das wird bei Dir auch so sein.

LG
Peter

Autor:  mch66 [ 20. Apr 2007 7:37 ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo!

Auch ich hatte in der ÜF mit MB schwerste Depressionen, die sich alle mit der Normalisierung der SD-Funktion wieder gelegt haben.

Auch heute merke ich noch, wenn die SD "spinnt" dann geht es mir mental auch nicht gut. Arbeitet sie gut, dann ist auch bei mir alles in Butter.

Hab Vertrauen, es war ja schon einmal so, dass Du die ADs nicht mehr gebraucht hast, als sich alles normalisiert hatte!

Alles Gute!

lg
Maria

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