Hallo Marina!
Kann ich mir gut vorstellen, dass Du in der Situation verzweifelt bist!
Es gibt mehrere Medikamente, die die Schilddrüse blockieren. Vom Körper wird meines Wissens am besten Propylthiouracil vertragen und so viel ich weiß steigt man auch auf ein propylthiouracil-hältiges Medikament um, wenn man Thiamazol nicht verträgt.
Ich bin im September letzten Jahres auch von meiner Ärztin angesprochen worden, wenn meine Werte so sprunghaft sind, dass ich überlgegen sollte lieber frühzeitig eine definitive Therapie zu machen. Dagegen habe ich mich vehement ausgesprochen und der Erfolg hat mir (zum Glück!) recht gegeben.
Nachdem ich zusätzlich über Homöopathie gearbeitet habe, haben sich meine Werte normalisiert und ich bin inzwischen beim Ausschleichen der Medikamente.
Wenn sich Deine Leukozyten-Werte wieder normalisiert haben, wäre es aus meiner Sicht wohl schon noch einen Versuch wert, mit Propylthiouracil noch mal die medikamentöse Therapie zu wagen. Eine Entfernung der SD (egal ob RJ oder OP) ist ja immer etwas sehr endgültiges.
Ich meine, wenn es schief geht und Du dieses Medikament auch wieder nicht verträgst, kann man das immer noch machen.
Blutwerte sollten halt engmaschig kontrolliert werden, vielleicht alle 2 Wochen SD-Werte und Blutbild machen, dann kann man das Risiko wohl begrenzen.
Mein Arzt hat mich darüber aufgeklärt, dass ich bei jedem Infekt sofort ein Blutbild machen muss, weil jeder Infekt möglicherweise anzeigt, dass Leukozyten sich verändert haben.
Bei einer engmaschigen Kontrolle und unter Beachtung dieser "Regel", würde ich für mich wohl das Risiko noch mal eingehen. Aber die Entscheidung musst Du natürlich für Dich treffen, man kann da niemanden wirklich raten mach so oder so.
Hinsichtlich Unterschied RJT oder OP gäbe es natürlich auch noch viel zu sagen.
Der große Unterschied ist wohl der, dass bei der OP die SD gleich weg ist und unmittelbar danach mit der Hormontherapie begonnen wird. Ein kleiner Schnitt, der jedoch mittlerweile auch als Knopflochschnitt durchgeführt werden kann erinnert aber jedoch immer daran. Das Risiko liegt in einer Verletzung des Stimmbandnerves und natürlich im allgemeinen OP-Risiko.
Bei der RJT nimmt man radioaktives Jod, welches die SD zerstört. Durch die Zerstörung der SD kommt es zur Freisetzung der gespeicherten SD-Hormone, was zu Schwankungen im Hormonspiegel führen kann. Aus diesem Grund bekommt man auch nicht gleich danach Hormone sondern die Werte werden kontrolliert und erst wenn die SD-Werte im Blut absinken wird mit der Hormontherapie begonnen. Ein Risiko ist, dass es durch die Zerstörung der SD zu einer neuerlichen Überfunktion kommen kann. Die RJT ist nicht geeignet, wenn die SD vergrößert ist, weil die Hormonausschüttung der zerstörten SD dann gefährlich hoch werden kann. Der Vorteil ist natürlich, dass es zu keiner OP kommt und naturgemäß kein OP-Risiko da ist.
Ich persönlich würde mich für eine OP entscheiden, weil mir die Sache mit dem RJ "unheimlich" ist. Ich bin ein Mensch, der gerne über die Dinge die Kontrolle behält und wenn ich mir vorstelle, dass da in meinem Körper ein Vorgang ist, der für mich nicht so kontrollierbar ist, dann macht mir das Angst.
Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Es gibt ganz viele Menschen, die ausschließlich positive Erfahrungen mit RJT gemacht haben! Vielleicht meldet sich ja noch jemand zu diesem Punkt.
Wenn Du noch Fragen hast kannst Du mich gerne auch persönlich direkt über die Selbsthilfegruppe kontaktieren.
lg
Maria
www.members.aon.at/shg.schilddruese