Schilddrüsenforum Österreich
https://www.schilddruesenforum.at/

Kann Hashimoto zu Muskel- und Gelenksschmerzen führen? Hilfe
https://www.schilddruesenforum.at/viewtopic.php?f=3&t=5439
Seite 1 von 2

Autor:  Sofia [ 13. Jan 2015 10:37 ]
Betreff des Beitrags:  Kann Hashimoto zu Muskel- und Gelenksschmerzen führen? Hilfe

Hashimoto und Muskelschmerzen?

Bei mir wurde vor zwei Jahren eine latente Hyphothyreose (TSH 4,08 mu/ml) festgestellt. Der Ultraschall hat auch gezeigt, dass meine Schilddrüse verkleinert ist.
Der einzige Wert den ich im gesamten Blutbild habe der nicht der Norm entspricht ist, der Tyhreoglobulin Auto-AK der kleiner als 115 sein sollte und bei mir auf 1033 ist.
Ich bin ständig müde und erschöpft und mir tun die Muskeln furchtbar weh auch die Gelenke.
Nun war ich bei Herr Dr. Fasching und der hat gemeint, dass meine Symptome NICHT von der Schilddrüse kommen können, aber er hat mir Thyrex verschrieben, welche ich seit ca. 2 Monaten nehme. Und siehe da: seit 2 Wochen ist meine Müdigkeit weg.
Nur, die Muskel und Gelenkschmerzen sind höllisch. Ich war mittlerweile bei drei Orthopäden und die meinten alle, dass die Schmerzen keine orthopädische Ursache haben können.
Nun meine Frage: ich habe gelesen, dass Schilddrüsenunterfunktion Muskel- und Gelenksschmerzen verursachen kann.
Kann mir jemand dazu Auskunft geben und zu welchem Arzt ich muss. Es ist mittlerweile echt furchtbar. Die Schmerzen kommen in Schüben und ich habe deswegen auch schon an Selbstmord gedacht.
Schmerzmittel nützten zwar etwas, ich scheine aber auf Schmerzmittel nicht so gut zu reagieren, da ich ab dem 3. Tag Kopfschmerzen habe und ich muss sie dann absetzten.
Bitte um Hilfe. Danke

Autor:  Patricia K. [ 13. Jan 2015 19:57 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kann Hashimoto zu Muskel- und Gelenksschmerzen führen? H

http://www.schilddruesenguide.de/FAQ_mu ... erzen.html
Ich hab da was gefunden.
Ich kämpfe auch seit einiger Zeit mit diesen Sachen.
Die Kopfschmerzen können auch von den verspannten Nackenmuskeln kommen. Ich hatte mal 14 Tage lang Kopfweh und keine Tablette half. Der Arzt gab mir dann was für die verspannten Muskeln und zeigte mir Dehnungsübungen. :D Kein Kopfweh mehr :D

Autor:  Sofia [ 13. Jan 2015 21:31 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kann Hashimoto zu Muskel- und Gelenksschmerzen führen? H

Vielen Dank. Den Artikel habe ich auch schon gefunden. Nur ist das mit den Kopfschmerzen weg sobald ich die Schmerzmittel absetzte. Schmerzmittel verursachen sehr oft Kopfschmerzen.
Mir geht es um die Muskel- und Gliederschmerzen. Würde nur gerne wissen, ob es einen Arzt gibt der sich damit auskennt.

Autor:  Patricia K. [ 14. Jan 2015 14:42 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kann Hashimoto zu Muskel- und Gelenksschmerzen führen? H

Ich hab noch keinen Arzt gefunden. :(
In diesem Artikel steht ja was es da mit dem Muskeln auf sich hat!

Autor:  Sofia [ 15. Jan 2015 10:27 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kann Hashimoto zu Muskel- und Gelenksschmerzen führen? H

Hast du auch Gelenkschmerzen vom Hashimoto?

Autor:  Patricia K. [ 15. Jan 2015 10:58 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kann Hashimoto zu Muskel- und Gelenksschmerzen führen? H

Meine Gelenksschmerzen kommen nur kurz.
Sie sind da und aber auch wieder gleich weg.
Ob sie hon Hashi kommen? Nach dem Bericht, den ich die geschickt
habe eher schon. Ich hatte das vorher nicht.

Autor:  Sofia [ 17. Jan 2015 21:39 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kann Hashimoto zu Muskel- und Gelenksschmerzen führen? H

Danke für die Info. Nur bin ich jetzt auch nicht weiter.

Autor:  Patricia K. [ 01. Feb 2015 9:10 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kann Hashimoto zu Muskel- und Gelenksschmerzen führen? H

Guten Morgen Sofia,
wie geht es dir?
Wie schaut es denn mit Eisen, Ferritin, Magnesium, Vit. B12, aus?
Ist da alles on Ordnung?

Autor:  Melissa [ 08. Feb 2015 9:56 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kann Hashimoto zu Muskel- und Gelenksschmerzen führen? H

Du solltest davon ausgehen dass es von deiner Schilddrüsenerkrankung bzw der noch nicht abgeschlossenen Dosisfindung also dem noch nicht gefundenen Optimum an täglicher HormonDOSIS kommt. Anders als bei den meisten Erkrankungen ist es hier nicht nur notwendig, das richtige Medikament zu finden, sondern auch die individuelle Dosis muss ermittelt werden. Deshalb spricht man hier von Dosisfindung. Das kann längere Zeit in Anspruch nehmen.

Wenn du den Arzt nicht mehr konsultierst, weil du davon ausgehst, mit dieser ersten Thyrex-Dosis sei alles erledigt, dann kann er dir momentan nicht mehr weiterhelfen. Hat er Dir nicht gesagt, dass man daran länger arbeiten muss? Oder ist ihm das selber noch nicht bewusst? Manch ein Hausarzt der noch old school ausgebildet ist, ist dem Pgänomen Hashimoto noch nicht gewachsen, denn das war zu seiner Ausbildung im deutschsprachigen Raum kein Thema, sondern im GEGENTEIL der Jodmangelkropf.

Idealerweise steigert man die Schilddrüsenhormone so gut getacktet, dass die Symptome des Patienten eher verschwinden als dass neue hinzukommen. Bei Dir ist die Müdigkeit zwar verschwunden aber die Muskel- und Gelenkschmerzen sind dazugekommen. Das klingt noch nicht nach idealer Zieldosierung.

Ich hatte 20 Jahre mit diagnostiziertem Hashimoto KEINE Muskel und Gelenkschmerzen. Allerdings hatte ich bei Unterdosierung oder Nichttherapie schlimme Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, konnte meinen wissenschaftliche Arbeit nicht mehr zuende führen, weil er Gribbs plötzlich fehlte. Hatte 27 Jahre Kinderwunsch, auch mit IVF/IXCI nach geglückter Empfängnis Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft....

Das muss alles nicht sein, wenn DU auf deine Dosierung achtest. Nicht selten muss man den Arzt wechseln, dem man schon seid viele Jahren die Treue hält, wenn man nach der Diagnose und Einstellung mit Hormonen keine Besserung erfährt oder gar neue Symptome erleiden muss und dein Arzt den Zusammenhang mit der Schilddürse nicht sieht und deshalb auch nicht zielführend an der Dosierung weiterarbeitet. Vielleicht hilfst du mit indem du bittest die Dosisfindung weiterzuführen und die Thyrexdosis weiter zu optimieren. Lass dir öfter die Schilddürsnwerte kontrollieren solnage du noch symptome hast. Idealerweise im Winter, in der 2, Zyklushälfte, später am Tag. Man muss nicht nüchtern zur Blutabnahme um die Schilddrüse kontrollieren zu lassen.

All die Zusammenhänge hab ich erst im Laufe vieler Jahre realisiert. Immer wenn die Dosis geändert worden ist, konnte ich am eigenen Leib Veränderungen feststellen. Für die Verschlechterungen aber auch die Verbesserungen suchte ich anfangs immer andere Gründem, die sich grad plausibel anboten.

Heute nach 23 Jahren mit der DIAGNOSE Hashimoto weiss ich dass auch die Schmerzschwelle sinkt, es zu Muskel-, Gelenk-, Kopfschmerzen und zu Krämpfen der inneren Organe kommen kann. Manch einem schlägt es anfangs eher auf die Psyche. Andere bekommen geftige Gelenkschmerzen, manche erstmal nur (bis zu tagelang ununterbrochen) Migräne. Als meine Schilddrüse endlich ganz verschwunden war, konnte ich endlich so ziemlich das ganze Repertoire an Symptomen dieser Erkrankung kennenlernen, nachdem meine Ärzte meine T4-Dosis REDUZIERT hatten.

War ich zuvor sportlich und konnte ziemlich elastisch tanzen, hatte ich beim nächten Sommerfest anschleissend eine kaputte Hüfte. Das heilte erst wieder als Jahre später endlich Ärzte meinen höheren Bedarf an Schilddürsenhormonen realisierten-verstanden-akzeptierten. Seither verschwinden meine Schmerzen, meinen Gelenek werden wieder stabiler, meine Muskelschmerzen sind ziemlich den ganzen Monat weg. Und die Krämpfe der inneren Organe fokussieren mehr und mehr nur noch um die Periode herum.

Man kann bei Frauen sicher so manches künstliches Hüftgelenk sparen wenn man öfter an die Schilddrüse denkt UND die Hormontabletten besser einstellt.

Orthopäden, Chiropraktiker, Masseure besucht der Schilddürsenkranke meist umsonst. (Anfangslinderungen sind oft auf den Placeboeffekt zurückzuführen, die bei jedem Arztbesuch auftreten).
Nackenverspannungen, Knieschmerzen, Hüftschmerzen, Schulterschmerzen solltest du alle mit einer besseren Einstellung mit Schilddürsenhormonen therapiert bekommen. Bis die richtige Hormondosis gefunden worden ist vergeht Zeit, in dieser benötigst du Abhilfe mit Schmerzmedimamenten, Wärme, kreislaufanregenden Massnahmen aller Art.

Einstweilen hilft mir Wärmflasche, Rotlicht, Johanniskraut-Rotöl, Aspirin udn Cayennepfeffer gut.

WICHTIG: für eine zielführende Schilddrüsen-Diagnostik ist, dass du deine Schmerzmittel vorher genau prüfst ob die auf die Schilddürse Einfluss haben, bzw besser eine Woche ganz weglässt vor der Blutkontrolle beim Arzt.

ASS/Aspirirn z.B. holt die Schilddürsenhormone vermehrt aus der Plasmaeinweissbindung. Damit werden also mehr Hormone für den Körper nutzbar, also aktiv. Damit kann man Unterfunktionssymptome für den Moment gut lindern. ABER es schönt auch die Schilddürsenwerte, die für eine zielführende Diagnostik und Dosisfindung nötig sind.

Gerade Schmerzpatienten haben sonst grosse Schwieriegkeiten je an ihre Zieldosis zu gelangen.

Kaffee und koffeinhaltige Getränke kurz vor der Untersuchung dagegen wirken anders rum, können bei einer evt noch unklaren Situation, das Zünglein an der Waage sein, dass der Handlungsbedarf früher erkannt werden kann. Ansonsten läuft der Patient nicht selten jahrelang mit solchen Symptomen rum und bekommt keinen Hilfe von den Fachärzten, die als einziges Hilfe einem Schilddrüsenkranken anbieten können.

Blutuntersuchungen frühmorgens und in der ersten Zyklushälfte sind auch nicht gerade günstig für eine Einschätzung der Schilddrüse. Gefährliche Schieflagen werden da trotzdem erkannt, aber die vielen,die noch in der Dosisfindung sind oder noch suboptmal eingestellt sind, werden möglicherweise vom Arzt dann übersehen.

Mein jetziger Professor für Endokrinologie bestellt mich deshalb immer nachmittags zur Blutkontrolle. Ich achte darauf, dass es in meiner 2. Zyklushälfte erfolgt. Seither habe ich schmerzfreie Zeiten, die immer grösser werden. Das spart viel Schmerzmittel, von denen sich fast nur ASS/Aspirin oder Anserina potentilla als für mich hocheffektiv herauskristallisiert haben.

Cayennepfeffer und Wärmepflaster helfen auch. Ich trinke morgens einen Espresso mit Cayennepfeffer zur Schmerzlinderung und Kreislaufanregung.

Da ich offensichtlich so ganz ohne Schilddrüse einen hohen Bedarf an diesen substiuierten Schilddürsenhormonen habe, den viele Ärzte noch nicht so gewöhnt sind zu verordnen, habe ich entdeckt, dass ich durch das vorherige Zerkauen meiner Schilddrüsentabletten und Runterspülen mit Calziumarmen WASSER, inklusive verlängerter Resorptionszeit die verordneten Tabletten effektiver nutzen kann.

Die Antibabypille erhöht den Bedarf an Schilddrüsenhormonen. Vielleicht nutzt du selbige. Dann wäre es jetzt sinnvoll, eine nichthormonelle Verhütungsmethode zu überlegen.

Autor:  Sofia [ 28. Feb 2015 21:53 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kann Hashimoto zu Muskel- und Gelenksschmerzen führen? H

Vielen Dank für diese lange Antwort Melissa. Momentan sind die Schmerzen weg und ich hoffe sie kommen nie wieder. Kannst Du mir einen Endokrinologen empfehlen? Ich bin in Wien.

LG

Sofia

Seite 1 von 2 Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
https://www.phpbb.com/