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 Betreff des Beitrags: Hashimoto?
BeitragVerfasst: 14. Jun 2012 21:35 
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Registriert: 14. Jun 2012 15:29
Beiträge: 46
Hallo, bin neu hier. Zu meiner Vorgeschichte: Ich bin 30. Seit Jahren, seit früher Jugend leide ich unter Depressionen und Angst- und Panikattacken. Schulisch aber auch privat war ich sehr antriebslos und konnte mich zu nichts aufraffen. Die schulischen Leistungen ließen sehr zu wünschen übrig, ich kam halt immer so irgendwie durch. Im Nachhinein fallen mir jetzt auch einige Sachen erst ein. Ich hatte eine Phase wo ich von der Schule heimkam und mich hingelegt habe und erstmal geschlafen habe. Teilweise den ganzen Nachmittag. Nur damals sah ich das nicht als ungewöhnlich. Mit 18, kurz vor der Matura ging dann gar nichts mehr und ich hab die Schule geschmissen. Nach einigen Monaten zu Hause mit teils starken Depressionen begann ich dann eine Lehre. Nach und nach wurde mein Zustand besser. Depr., Angst und Panik waren zwar nicht völlig verschwunden, aber auf ein erträgliches Maß gesunken. Mit 20 wurde dann bei einer Routineuntersuchung bei meiner Frauenärztin eine 16cm Durchmesser große Zyste an den Eierstöcken festgestellt. Einen Tag später wurde die Zyste und leider auch beide Eierstöcke entfernt. Die Zyste war in sich bösartig (borderline). Chemo war zum Glück nicht notwendig, aber ich nehme seither Hormone (Östrogen und Progesteron). Depressionen kamen auch immer wieder und ich war dann auch soweit mir Antidepressiva verschreiben zu lassen, weil ich endlich angstfrei sein wollte. Habe aber auch immer wieder begleitend eine Psychotherapie gemacht. Nach ein, zwei ganz guten Jahren, kam aber immer wieder alles zurück.

Warum ich aber jetzt hier in diesem Forum gelandet bin: Seit zwei Jahren nehme ich wieder AD's und mache eine Psychotherapie. Seit ca. 2 Monaten, bin ich extrem müde, habe wieder kaum Antrieb, trotz an und für sich antriebssteigerndem AD. Das hat mich dann doch etwas stutzig gemacht und ich bin zum Hausarzt gegangen (vermutet einen Eisenmangel). Der Hausarzt hat mich angeschaut und dann Blut abgenommen. Einen Tag später, der Befund, es ist alles in Ordnung, Blutwerte sind alle sehr gut. Wird wohl eher Stressbedingt sein. Also, wenn man einmal wegen Depressionen behandelt wird, ist man sowieso irgendwie abgestempelt. Mehr kam von ihm nicht. Mich hat das aber nicht befriedigt, weil es nun mal nicht die Lösung sein kann. Ich hab angefangen im Internet nach aufschlussreicheren Informationen zu suchen und bin auf die Schilddrüse gestoßen. Ich habe mir meinen Blutbefund vom Arzt geben lassen und habe weitergesucht. Mein TSH Wert war, bei der Blutabnahme vor ca. 6 Wochen bei 2,57, also laut dem Befund in der Norm. Ich habe den Wert gegoogelt und einige Berichte gefunden, dass der Wert bereits erhöht ist und serwohl Beschwerden einer Unterfunktion hervorrufen kann. Also hab ich einen Termin bei einer Endokrinologin ausgemacht, die mir auch prompt Thyrex verschrieben hat und ein Ultraschall meiner Schilddrüse gemacht hat. Ich habe an der Schilddrüse eine kleine Zyste und zwei kleine Knoten. Meine Schilddrüse hat 5,2 ml Volumen insgesamt, was mir doch sehr klein erscheint. Wurde von der Endokrinologin aber keineswegs erwähnt. In zwei Wochen gehe ich wieder zur Blutabnahme und dann sehen wir weiter wie die Werte aussehen. Da werden dann auch erst sämtliche anderen Werte angeschaut, wie Antikörper ft3 und ft4.

Je länger ich herumforsche im Internet desto öfter stoße ich auf Hashimoto. Was glaubt ihr, ihr habt doch um einiges mehr Erfahrung als ich. Nach meiner OP wo die Eierstöcke entfernt wurden, war ich erstmal nur froh dass ich keine Chemo brauchte, somit "gesund" war. Das Hormone für den Körper so enorm wichtig sind, wurde mir nicht wirklich näher gebracht. Ich nahm sie halt, weil ich ja sonst schon im Wechsel wäre und das erschien mir natürlich logisch, dass das noch nicht sein sollte. Deswegen hab ich auch jahrelang keinen Gedanken daran verschwendet, es könnte irgendeine Hormonstörung vorliegen. Meine Schilddrüse wurde NIE angeschaut. Vielleicht mal Blut abgenommen, aber die Werte waren ja immer in Ordnung. Nun, mein Verdacht, vielleicht schon seit der Jugend eine Schilddrüsenerkrankung zu haben, die nie entdeckt wurde, die vielleicht all diese Probleme ausgelöst hat, macht mich schon stinksauer. Möchte mich jetzt zwar nicht drauf versteifen Hashimoto zu haben, weil die Diagnose ja nicht gemacht wurde. Aber ich hätte gerne Meinung von Leuten, wie euch, die sich damit auskennen, aus eigener Erfahrung sprechen können.

Danke schonmal.

PS: Sorry, für die lange Story ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Hashimoto?
BeitragVerfasst: 15. Jun 2012 8:41 
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Registriert: 14. Mai 2008 9:00
Beiträge: 1793
Hallo und willkommen

Dein sd volumen ist sehr klein, wobei es ja auch sein kann, dass du von geburt an eine sehr kleine sd hast und es daher schon symptome gegeben hat. Leider wird meistens nur immer der tsh alleine gemacht, solange es keinen hinweis auf irgendeine sd erkrankung gibt.

Allerdings sagt der tsh alleine noch nicht viel aus, dazu gehören auch noch andere sd werte wie ft3 und ft4, antikörperbestimmung und ultraschall sowie notfalls eine szinthigrafie.
Bei dir wurden bereits knoten, welche eigentlich? und eine zyste festgestellt. Die knoten sollten notfalls szinthigrafisch kontrolliert werden um welche art es sich handelt. Oft schreiben auch ärzte knoten in den befund und es ist eifach die knotige veränderung, welche mit hashi einher geht.

Wie geht es dir, seit du thyrex nimmst?

Keine sorge, wegen der länge deines beitrages, jeder von uns hat seine eigene geschichte und könnte ganze romane schreiben

Lg und alles gute
MAUS


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 Betreff des Beitrags: Re: Hashimoto?
BeitragVerfasst: 15. Jun 2012 9:10 
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Registriert: 14. Jun 2012 15:29
Beiträge: 46
Danke MAUS für deine schnelle Antwort:

Befund der Endokrinologin:
Vol re Lappen 3,0 ml echonormal, medial max 7 mm großes Knötchen, echokomplex, kranial davon kleine Zyste max 4 mm im Durchmesser, Vol li Lappen 2,2 ml, echonormal, unauffällige Perfusion im Farbdoppler re/li

Diagnose:
Euthyreose TSH 2,57 mU/l (soweit ich das verstehe, heißt das, dass das eine normale Schilddrüsenfunktion ist)
Struma multinodosa l re


Die anderen Werte hat mein Hausarzt, natürlich, nicht mitgemacht. Die Endokrinologin hat aber zum Glück für die nächste Blutabnahme eine Verordnung mit sämtlichen Werten geschrieben. Die mache ich in 2 Wochen. Bin schon sehr gespannt was da dabei rauskommt.

Eben meine Idee ist es ja, dass die Schilddrüse vielleicht schon von Geburt an oder zumindest seit der Pubertät (habe gelesen, dass so starke Hormonumstellungen oft Probleme bei der Schilddrüse auslösen) Probleme bereitet, nur nie jemand daran gedacht hat, das zu untersuchen. Und mir vielleicht so einiges erspart geblieben wäre an psychischen und auch anderen Problemen. OK, man kann die Zeit eh nicht zurückdrehen und ich bin schon froh, wenn ich vielleicht jetzt endlich auf eine Lösung der Probleme komme.

Mit der Einnahme von Thyrex geht es mir eigentlich recht gut. Ich nehme es allerdings erst seit 2 Wochen. Allerdings hab ich immer gleich nach der Einnahme gefrühstückt, weiss nicht inwieweit das ausschlaggebend ist für die Wirkung. Die Ärztin hat nur gesagt, dass ich es vor dem Frühstück nehmen soll. Ich merke dass sich langsam mein Antrieb wieder steigert und die Müdigkeit schon wesentlich besser wird. Nehme die Hälfte einer 75mg Tablette. Nachdem alle Beschwerden immer als psychisch abgestempelt wurden (natürlich dann auch von mir selbst meistens), weiss ich jetzt nicht ob ich mir vl die Besserung nur einbilde, weil ich so erleichtert war, dass was gefunden wurde (nicht falsch verstehen, ich wünsche mir keine Krankheit, aber ich bin einfach erleichtert gewesen, dass ich mir nicht alles nur einbilde und etwas hinter meiner Vermutung stecken könnte) .
Ausserdem ist es natürlich auch etwas schwierig was die Depressionen und Ängste betrifft nehme ich ja ausserdem Cipralex, jetzt weiss ich niciht recht inwieweit das Thyrex das auch beeinflußt.

LG


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 Betreff des Beitrags: Re: Hashimoto?
BeitragVerfasst: 15. Jun 2012 14:19 
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Registriert: 14. Mai 2008 9:00
Beiträge: 1793
hallo nochmal !

bitte, bitte gaaannnnnzzz wichtig auch keinen fall unmittelbar nach der tabletteneinnahme essen bzw frühstücken. du musst UNBEDINGT 1/2 std warten, da sobnst die hormondosis nicht vollständig vom körper aufgenommen wird. du kannst dir ja schon aus nachtkasterl die tablette legen mit einem glas wasser und sie gleich im bett nehmen.

mein mann muss um 5.00 aufstehen, hat 2 wecker :-)
der eine läutet um 4, damit er die tablette nehmen kann, dann schläft er noch weiter und um 5.00 kann er noch schnell frühstücken. ich nehm bei der gelegenheit auch gleich meine tablette.

gehe einmal unter die suchfunktion und gibt z.b. panikattacken und meinen namen ein. ich habe in unzähligen einträgen von meiner schlimmen zeit mit den panikattacken berichtet. ich bekam auch jede menge psychomittel wurde auf die psychoschiene geschoben, aber es war eindeutig meine sd an meinem psychochaos schuld.

bereits ein paar monaten später ging es mir besser und besser, heute brauche ich das ganze zeug nicht mehr. wenn ich merke es geht mir schlechter, lass ich werte machen und korrigier meine dosis, wenns nötig ist.

du kannst mir gerne auch mailen - meine adresse steht in meinem profil

lg
MAUS


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 Betreff des Beitrags: Re: Hashimoto?
BeitragVerfasst: 15. Jun 2012 21:06 
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Registriert: 14. Jun 2012 15:29
Beiträge: 46
Schau mir deine Beiträge auf alle Fälle an. Spätestens wenn ich die neuen Werte habe, diesmal mit ft3 , ft4 und antikörper schreibe ich ein mail. bin sxhon sehr gespannt was raus kommt.

danke schonmal für die hilfe und für dein tolles engagement allgemein in diesem forum :-). du hilfst sicher sehr vielen leute mit deinen beiträgen!

lg Tina


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 Betreff des Beitrags: Re: Hashimoto?
BeitragVerfasst: 16. Jun 2012 7:54 
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Registriert: 14. Mai 2008 9:00
Beiträge: 1793
danke, aber ich bin selbst nur wie alle anderen eine betroffene.

lg
MAUS


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 Betreff des Beitrags: Re: Hashimoto?
BeitragVerfasst: 16. Jun 2012 8:59 
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Registriert: 14. Jun 2012 15:29
Beiträge: 46
Ist aber trotzdem nicht selbstverständlich!

lg tina


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 Betreff des Beitrags: Re: Hashimoto?
BeitragVerfasst: 16. Jun 2012 12:01 
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Registriert: 14. Mai 2008 9:00
Beiträge: 1793
Dazu ist aber dieses forum da, um sich gegenseitig auszutauschen und oft auch Mut zu machen.

Schliesslich sitzen wir alle im selben Boot

Lg
Maus


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