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 Betreff des Beitrags: Erfahrungen nach der OP
BeitragVerfasst: 14. Sep 2017 11:21 
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Registriert: 15. Nov 2014 9:23
Beiträge: 2
Ein Schilddrüsen-Problem ist so individuell wie ein Mensch selbst.

Aus gegebenem Anlass:

Man kann keine SD-Krankheit mit einer anderen vergleichen.
Jeder Mensch ist unterschiedlich; jeder hat unterschiedliche Symptome, Empfindungen, Gedankengänge, usw.
Die für mich bekanntesten Irrtümer:
Überfunktion – Das heißt du kannst nicht zunehmen
Unterfunktion – Das heißt du kannst nicht abnehmen
Das ganze kann auch in die andere Richtung gehen. Man kann eine Überfunktion haben und auch zunehmen.
Schon die Symptome desselben Krankheitstyp können unterschiedlich sein.

Ich arbeite in einem Krankenhaus im Büro und strebe des längeren schon eine MTA Ausbildung an – nächstes Jahr soll es dann endlich beginnen. Juhu.
Vor einer Woche:
Da ich für die Ausbildung sehr viel Geld brauche, habe ich angefragt ob ich Nacht/Wochenende Dienste übernehmen kann.
Die Dame, die für alle (!) Abteilungen zuständig ist, sah sich meine Krankenstände an und meinte (zu meiner Vorgesetzten): „Sie habe selbst SD-Probleme und sie kann nicht nachvollziehen das ich nach der OP solange zum Regenerieren gebraucht habe“ - und versperrt mir somit den Weg, mich weiterzubilden und mich beweisen zu können.

Dahingestellt und nicht erwähnt:
• dass ich vor drei Jahren eine Not-OP hatte, erste OP überhaupt – für mich war das eine große Überwindung
• vor zwei Jahren plötzlich mein Vater verstorben ist – dazu muss ich nichts sagen.
• mit der SD-Krankheit vor 10 Jahren eine Alopecia Areata Totalis Universalis – (Keine Haare am ganzen Körper) mit dazu bekommen habe; aber sie seit paar Jahren langsam wieder wachsen
• während der letzten zwei Jahre eine drei monatige Ausbildung gemacht + erste eine eigene Wohnung bezogen habe – ich hatte nicht viel Zeit zu trauern
Und das sind nur die großen Punkte. Ich bin zum heutigen Zeitpunkt 24 Jahre.
Ich hätte mich schon längst dazu entscheiden können, meiner Depression freien Lauf lassen zu können, alles hinzuschmeißen.
Diesen Hintergrund weiß die Dame natürlich nicht. (…)

Aber trotzdem befinde ich, dass solche Menschen falsch im Gesundheitswesen sind.
Ich denke, wenn ein Organ aus dem Körper entnommen wird, braucht man seine Zeit bis man sich wieder fit genug fühlt - um nicht wieder ständig krank sein zu müssen; wäre ich direkt wieder arbeiten gegangen hätten sie jetzt mehr Krankenstände von mir als die paar Wochen die ich nach der OP zuhause war.
Ich weiß, dass es genug „Herzens-Menschen“ gibt. Und für die anderen regelt das: Karma.


Aus diesem Anlass, möchte ich meine kleine Zusammenfassung offen legen:

Schilddrüsenüberfunktion Typ: Morbus Basedow Diagnose 2008 latent
Entscheidung: Operation - Vollständige Entfernung der SD am 31.01.2017


Acht Monate ist meine Operation bereits her. Bis heute geht es mir noch nicht wirklich gut (Tabletten), aber es geht mir von Tag zu Tag besser (Symptome).

Die OP an sich verlief sehr gut. Die zwei darauf folgenden Tage waren der Horror, in den Nächten verkrampften meine Hände und Beine mehrmals, ein unbändiger tagelanger Schmerz.

Ich vermisse meine Symptome überhaupt nicht: hoher Blutdruck, ständige Angespanntheit, hohe Reizbarkeit, Zittern, allgemeines Unwohl-Sein, extrem sensible Kälte-Wärme-Empfindung, ständig den Drang zu haben man muss was tun…

Ich fühle mich seit paar Wochen richtig ruhig, und das ist einfach nur schön und angenehm!
Auch wenn es ungewohnt ist, was ist los, ich bin antriebslos… Dabei fällt es mir einfach nur leichter loszulassen von manchen und mehr zu entspannen.
Natürlich fällt man noch in alte Muster zurück, ist schnell überfordert oder gereizt, aber man kommt auch viel schneller wieder herunter.

Meine Tabletten sind derzeit Euthyrox
4x 75mg 3x 125mg
Diese Einstellung ist für mich persönlich sehr anstrengend, 3-4 Tage alles gut, mehr über drüber, und an den anderen Tagen war ich mehr erledigt und erschöpft. Nach paar Wochen wollte der Körper nicht mehr.

Ich versuche trotzdem so gut es geht, diese Einstellung durchzuhalten, um einen Vergleich zu haben.

Da ich kein „Morgen-Mensch“ bin, habe ich mich wochenlang morgens übergeben und die Tabletten nicht in mir behalten.
Es ging paar Wochen, mit weniger Vorfällen, gut. Im Juli/August fing es wieder an – täglich, sogar unterm Tag.
Der Arzt untersuchte meine Blutwerte, die Menge die ich anscheinend drinnen behalten habe, hat ausgereicht, meine Werte waren OK. Mein TSH-Wert ist trotz OP weiterhin erhöht. (Ich glaube, dass in meinen Fall, die Hypophyse zu stark mitspielt? warum ist der Wert immer noch höher? Der Befund ist jetzt zwei Monate her, vielleicht hat sich etwas geändert…)

Meine persönliche logische Empfehlung für mich wäre, den Durchschnitt zu nehmen: 100mg täglich, dann hätte ich jeden Tag dieselbe Basis und nicht mal mehr, mal weniger.
Das werde ich bei meinen nächsten Arztbesuch besprechen.

Trotz den Schwierigkeiten mit der Einstellung bzw. meines Körpers, geht es mir ohne SD wesentlich besser. Ich weiß, dass es für mich, die richtige Entscheidung war.
Vor einer RJT hatte ich Angst, ich müsste sowieso operieren gehen.
Es war „Echo-artiges“ Gewebe, also nicht so gesund und meine beiden Medikamenten Therapien von jeweils zwei Jahren mit Thiamazol, hatten leider nicht auf die Dauer angeschlagen.
Ich habe bei der Diagnose mit 15 Jahren schon gesagt bekommen, dass ich zu 80% eine OP machen muss.
Trotz allem, sollte es eine wohl überlegte Entscheidung sein, diese Entscheidung kann man nicht mehr rückgängig machen.

Ich war in einem öffentlichen Krankenhaus, wurde gut umsorgt und habe eine eigentlich wunderschöne Narbe, die gut in der Hals falte verschwindet, als Andenken.
Ich hab keine wirkliche Gewichtsveränderung mitbekommen, ich wiege nach wie vor 45-50kg, je nach Stress weniger, der Stoffwechsel reagiert langsamer als vorher, demnach esse ich jetzt koordinierter.

Ich habe nach wie vor seit der OP oft Kopfweh und Übelkeitsgefühl, mir wird nach dem Aufstehen meistens schlecht. Aber das nehme ich in Kauf, weil es mir sonst wirklich besser geht.
Hin und wieder verspüre ich das Gefühl von Kribbeln, das heißt, ich bin sehr sensibel und merke wenn ich Magnesium brauche. Genauso, wenn ich eine Tag habe wo ich total erledigt bin und am liebsten zuhause bleiben möchte.

Ein SD-Problem oder SD-OP sind keine Kleinigkeiten. Sie wirken sich auf den gesamten Körper und somit auf Dich aus. Somit auf deinen Tag und Alltag.
Jeder das irgendwie verstehen kann, hat auch Verständnis für Dich.
:wink:
Bis bald
JK


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen nach der OP
BeitragVerfasst: 15. Sep 2017 20:05 
Offline

Registriert: 27. Nov 2010 15:01
Beiträge: 185
Danke für Deine Erfahrungen.

Hast Du denn damals im Krankenhaus mit Deinen Krämpfen kein Calcium bekommen? Wie geht es den Nebenschilddrüsen? Du schreibst, dass Dir manchmal kribbelt. Das kann Calciummangel sein. Ist das mal morgens nüchtern gemessen worden? Wie ist Dein Vitamin D, ist da ein Mangel ausgeschlossen?

Viele Grüße von Charlotte.


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